Ich bin Angelina Tuzzolino, Schülerin der Klasse 9d des Gymnasium Wendalinum in St.Wendel. Am 23. April 26 hatte ich die Ehre am GirlsDay der ADAC-Luftrettung in Dölzig dabei sein zu dürfen. Der GirlsDay startete um 9 Uhr an der Luftrettungsstation Christoph 61 und Christoph 63 in Dölzig in der Nähe von Leipzig.
Wir starteten bei der Station der Freiwilligen- und Berufsfeuerwehr. Die Feuerwehr und die Polizei arbeiten nämlich sehr eng mit dem Rettungsteam zusammen. An dieser Station wurden uns interessante Fakten erklärt, z. B., dass die Feuerwehr zu 95% aus freiwilligen Feuerwehrleuten besteht und dass es ohne die freiwillige Feuerwehr nicht möglich wäre, schnell genug an einem Einsatzort zu sein. Wir haben mit einem Feuerwehrschlauch, der allerdings nur einen geringen Druck hatte, drei Wasserflaschen von drei unterschiedlich hohen Podesten heruntergespritzt, die hydraulische Rettungsschere und den Rettungsspreizer ausgetestet und danach haben wir mit Feuerwehrschläuchen gekegelt.
Als wir mit dieser Station fertig waren, haben wir den Helikopter betrachtet. Hinzu kamen ein Pilot und eine Notärztin, die uns alles über den Helikopter erklärt haben. Dieser ist 12m lang und hat eine Spannweite von circa 10m, daher braucht man mindestens eine Landefläche von 20m mal 20m. Die Helikopter der ADAC-Luftrettung in Dölzig haben einen 700l Tank, da sie pro Minute 4l Kerosin (das ist der Treibstoff) verbrauchen. Im Helikopter ist es so, dass der/die Pilot/in rechts vorne sitzt, der/die Notarzt/in links vorne, es sei denn er/sie wird beim Patienten gebraucht, der/die Notfallsanitäter/in rechts hinten und falls ein/e Patient/in mitgenommen wird, dann sitzt bzw. liegt dieser/diese links hinten. Oft werden Patienten nicht mit dem Hubschrauber mitgenommen. In diesem Fall kommt der Hubschrauber dann nur, da er schneller als die Bodentruppe vor Ort ist. In der Luftrettung unterscheidet man verschiedene Arten von Einsätzen, die primären Einsätze, diese sind schneller und kürzer, und die sekundären Einsätze, die etwas länger dauern und einen Transport beinhalten. In einem Jahr gibt es bei 38 Standorten der Luftrettung insgesamt über 50.000 Einsätze. Die Hubschrauber fliegen meistens nur in einem Radius von 15 Minuten. Dies richtet sich aber nach der Verfügbarkeit der Hubschrauber in der Nähe der Unfallstelle und kann variieren. Jeder, der im Hubschrauber mitfliegt, muss Ohrenschützer tragen, da es sehr laut ist. Daher haben alle, außer dem/der Patienten/in Funk an ihren Ohrenschützern.
Danach ging es für uns an der Helikopter-Bastelstation weiter und ein anderer Pilot hat uns seinen Beruf vorgestellt. Dabei erwähnte er, dass man einen Pilotenschein nur bei der Bundeswehr, der Bundespolizei und privat machen kann. Bei der Bundeswehr und bei der Bundespolizei muss man sich dann für einen bestimmten Zeitraum (meist 10-15 Jahre) verpflichten. Bei einer Flugschule kostet der Führerschein um die 125.000€. Außerdem wurden wir über den Beruf TC-HEMS (Emergency Medical Services Technical Crew Member) in Kenntnis gesetzt. Ein TC-HEMS ist ein Assistent des Piloten während der Flugzeit und bei der Landung und nach der Landung ist er/sie direkt beim Patienten als Notfallsanitäter/in dabei. In diesem Beruf muss man also schnell von einem aufs andere umschalten können. Dabei gibt es ein Problem, wenn der Notarzt Unterstützung braucht, aber der Pilot auch. Dies ist dann eine Teamentscheidung, dort, wo die Hilfe am dringendsten benötigt wird, muss der TC-HEMS helfen. In der Regel wird dies zu Gunsten des Patienten entschieden. Falls ein TC-HEMS an Bord des Helikopters ist (dies ist nicht zwingend erforderlich) sitzt dieser beim Flug vorne links neben dem Piloten, um diesen unterstützen zu können. Daher muss der Notarzt dann den Platz hinten rechts einnehmen.
Unsere nächste Station war das DRK (Deutsches Rotes Kreuz) mit einem Rettungswagen. Dieser wurde uns ausführlich gezeigt und wir durften ein EKG (Elektrokardiogramm) austesten und haben unsere eigenen Werte überprüft. Die Vakuummatratze, das Rettungsbrett und die Fixierspinne konnten wir auch kennenlernen.
Zuletzt haben wir über Erste-Hilfe-Maßnahmen, mit Fokus auf der Atmung, gesprochen. Wir durften auch einen Larynxtubus und eine Larynxmaske an einer Puppe anlegen.
Circa um 15 Uhr mussten wir uns leider verabschieden, aber ich denke, es hat allen Teilnehmerinnen sehr viel Spaß gemacht. Ich fand den Tag auf jeden Fall sehr informativ und interessant. Dies wird einer der Tage sein, der mir noch lange Zeit im Gedächtnis bleiben wird.
Autorin: Angelina Tuzzolino
Anmerkung der Redaktion:
Zwar liegt dieser aufregende Tag schon etwas zurück, dennoch reiht sich der Girls-Day neben unseren schulischen Angeboten wie Praktika und Projekttage in eine Reihe von Angeboten an unsere Schülerinnen und Schüler ein, sich einen Überblick über ihre Möglichkeiten für ihre Zukunft zu machen. Wir freuen uns, dass Angelina diese Möglichkeit genutzt und uns davon (eigentlich schon Ende des letzten Schuljahres) berichtet hat. Weiterhin viel Erfolg, Angelina














